Programm

Programm zum Kongress Energiedemokratie


Kulturelles Vorabendprogramm

Freitag, 23.11.2012, 19:00 Uhr, Ort: studentisches Kulturzentrum [kuze] Potsdam

Energiewende in dieser windigen Zeit heißt vielmals “Improvisieren”. Wir freuen uns darüber, dass wir die Berliner Impro-Theater-Gruppe “Theater ohne Probe (ToP)” für unseren kulturellen Eröffnungsabend gewinnen konnten! Bei Rückschlägen und manch harten Widerstände bei der Energiewende hilft uns “ToP” die humorvolle Art der Energiewende zu beleuchten und uns gleichzeitig dabei zu bestärken, eine neue Kultur des gemeinsamen Energieproduzierens und -verbrauchens zu leben. Hier geht’s zur Webseite von Theater ohne Probe.


Hauptprogramm (Samstag, 24.11.2012, Campus Griebnitzsee)

ab 9:00 Uhr Empfang mit Kaffee, Getränken und Frühstück-Snacks

Zum Auftakt 9:30 – 10:30 Uhr

Die Auftaktveranstaltung wird eine erste Annäherung zum Begriff “Energiedemokratie” bieten. Ziel ist, allen Gästen den Kontext und Ursprung des Begriffs zu erläutern und erste Konfliktfelder zu benennen, anhand eines moderierten Gesprächs zwischen einem (Umwelt-)Aktivisten und einem Wissenschaftler.

Wie ist es zur vermehrten Verwendung des Begriffs “Energiedemokratie” gekommen, in welchem Kontext entstand dieser Begriff? Welche Akteure benutzen dieses Begriff und welche Intention haben sie? KonsumentInnenmacht gegen eine zentralistische, oligopolistische Energiewirtschaft oder mehr – welche demokratischen Grundsätze und Forderungen verbergen sich hinter dem Begriff “Energiedemokratie”? Vor welchen Herausforderungen stehen die praktischen Bemühungen der Bewegungen um die Energiedemokratie – gibt es überhaupt eine Art “Bewegung”?

Tadzio Müller, der vielfach durch Aktionen und Publikationen auf die sozialen und ökologischen Erfordernisse einer Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung aufmerksam gemacht hat und Dr. Conrad Kunze, Soziologe, Historiker (M.A.) und im Team des Büro für eine demokratische Energiewende, sind die Gäste auf dem Podium. Moderiert wird das Gespräch von Tina Bär von der Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg.

Zu den Workshops “Problemlandschaft” 10:45 – 12:15 Uhr

Die Workshopphase “Problemlandschaft” eröffnet den TeilnehmerInnen die Komplexität der Herausforderungen der heutigen Energiewende. In einem methodisch offenem Rahmen sollen insbesondere soziale, wirtschaftliche und rechtliche Konfliktfelder behandelt werden. Anhand von aktuellen Forschungsarbeiten werden die gesellschaftlichen Probleme der Energiewende analysiert. Es soll die Möglichkeit geben, aus der großen Bandbreite die wichtigsten Konfliktpunkte herauszufiltern, um erste Lösungsansätze zu gewinnen. Diese Phase ist bewusst partizipativ angelegt. Im Sinne eines Mitmachkongresses wird hier Studierenden, Promovierenden und politischen Initiativen die Möglichkeit gegeben, ihre Arbeiten und Projekte vorzustellen und zu diskutieren.

1. Phase 10:45 – 11:30 Uhr

Die Teilnehmer können einen der parallel stattfindenden Workshops besuchen:

Daniel Schneider (Agentur für Erneuerbare Energien): Einflussfaktoren auf die Akzeptanz erneuerbarer Energien

Ein Vertreter der IG Metall (angefragt): Zu Arbeitsrecht und Arbeitsbedingungen in Betrieben im Feld der erneuerbaren Energien (leider ausgefallen)

Jörn Schnutenhaus: Der kommunale Beitrag zur Energiewende – Chancen und rechtliche Schwierigkeiten

2. Phase 11:45 – 12:30 Uhr

Die Teilnehmer können einen der parallel stattfindenden Workshops besuchen:

Karol Sabo (Mediator und Dipl. Geoökologie – Student): Konflikte um die Windenergie- (nur) eine Frage der Akzeptanz?

Dr. Alexander Dix (Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit): Überlegungen zum Datenschutz im Smart Grid und Smart Metering

Christian Schäfer: Exkurs zur Mobilität: Unser täglich\’ Öl, die doppelte Autofreiheit – Energie und Verkehr im Zeichen der Ölkrisen der 1970er Jahre

Mittagspause 12:30 – 13:45 Uhr

Zu den Workshops “100% erneuerbar – 100% sozial – 100% partizipativ ?!” 13:45 – 14:45 Uhr und 15:00 – 16:00 Uhr

Die Workshopphase II befasst sich mit theoretischen und praktischen Lösungsansätzen, um die Vision einer erneuerbaren Energievollversorgung mit “energiedemokratischen” Grundsätzen auszufüllen. Ziel ist es dabei, den TeilnehmerInnen Perspektiven für die eigene Tätigkeit zu vermitteln und eine Sensibilisierung für die Ansprüche an unsere Energiewirtschaft herbeizuführen.

Die drei Leitthemen 100% sozial – 100% erneuerbar – 100% partizipativ wurden gewählt, um zu verdeutlichen, welche Erwartungen mit dem Begriff der Energiedemokratie verbunden sein können. Dabei tritt der Widerspruch der demokratischen Energieversorgung zur aktuellen energiewirtschaftlichen Struktur zu Tage und regt zur Entwicklung realistischer, zukunftsfähiger Alternativmodelle an.

1. Phase 13:45 – 14:45 Uhr

Die Teilnehmer können einen der parallel stattfindenden Workshops besuchen:

Rainer Land (Akademie für nachhaltige Entwicklung Meckl.-Vorp.): Bioenergiedörfer – regionale Energieselbstversorgung als Entwicklungsmotor strukturschwacher Regionen (leider ausgefallen)

Sven Kirrmann (Forschungsprojekt Kombikraftwerk)Energiecluster – Konzept des Forschungsprojektes Kombikraftwerk
Prof. Dr. Hans Martin (BEG Wolfhagen eG) und Luise Neumann-Cosel (BürgerEnergie Berlin eG): Genossenschaften als Basis für alternative Energieunternehmen
Prof. Dr. Wolf Schluchter (TU Cottbus): TRIPLEX Partizipation – Ein Konzept für Demokratie und Effizienz durch Partizipation
2. Phase 15.00 – 16.00 Uhr
Die Teilnehmer können einen der parallel stattfindenden Workshops besuchen:
Hendrik Sander (Berliner Energietisch, felS): Wege aus der Energiearmut – Exkurs zur globalen Perspektive (leider ausgefallen)
Ralf Dunker (Stiftung 100% erneuerbar): Alternative Marktmodelle für erneuerbare Energien
Jens-Martin Rode (Berliner Energietisch) und Hannes Püschel (Potsdamer Stadtfraktion “Die Andere”): Rekommunalisierung als Weg zum partizipativen Stadtwerk
Sven ReumannKultur und Energie selber machen – KEBAP e.V. : ein Mitmachprojekt aus Hamburg-Altona

Zum Abschluss 16:30 – 18:00 Uhr

Innerhalb der Abschlussdiskussion möchten wir einen thematischen Schwerpunkt geben, der die demokratische Beteiligung an der lokalen Energieversorgung in Form von Genossenschaften und partizipativen Stadtwerken beinhaltet. Dabei sind die Fragen an die Podiumsgästen entscheidend, was auf den verschiedenen Ebenen (Bund, Land, Kommune) dafür zu tun ist. Zum anderen soll es aber auch die Möglichkeit geben, die verschiedenen Thematiken des Tages durch Einbezug des Publikums nochmals abschließend zu diskutieren.

Gäste auf dem Podium sind Annalena Baerbock (Landesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg), Dorothée Menzner (Energiepolitische Sprecherin Die Linke, MdB), Wilfried Böhme (Geschäftsführer der Stadtwerke Potsdam) und Dr. Matthias Naumann (Leibniz Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung e.V.). Das Gespräch wird moderiert von Mona Bricke (gegenstrom Berlin).